Prima wenn Leute flexibel sind und Chancen beim Schopfe packen. So bekamen wir am 4. und 7.2. minimale Mannschaftsstärke zusammen, stürzten uns ins kühle Nass und konnten die Eislandschaft von unten genießen.
So langsam gewinnen wir Routine bei der Vorbereitung und ich auch beim Tauchen selbst. Die Tauchgänge werden deutlich flacher und meine Scheu vorm Gleiten “auf” Eis mit positivem Auftrieb schwindet. Das Atemminutenvolumen sinkt - ist aber immer noch 50% höher als bei normalen Tauchgängen, obwohl ich mich nicht wirklich gestresst fühle.
Da mir die Qualität meiner Bilder nicht zusagte, habe ich Fachliteratur gewälzt. Tipps gab es einige: Nah ran! (-> Weitwinkel für Taucher in Totale oder Landschaft) war in der Kürze nicht zu realisieren.
neues setup (Endorphine @goPro13)
Umgesetzt habe ich beim letzten Tauchgang zwei: Zum einen habe ich meinen Soloblitz zentral über dem Objektiv platziert, um die Szene von oben mit möglichst wenig “Raumüberschneidung” von Lichtkegel Objektiv bzw. Blitz auszuleuchten. Zum zweiten habe ich den Öffnungswinkel des Blitzes mit einem Neoprenaufsatz deutlich verengt, um so die unschönen Flecken durch angestrahlte Schwebeteilchen zu minimieren. Eigentlich sollte dieser Snoot so groß sein, dass das Bild trotzdem komplett beleuchtet ist, doch mein Snoot muss hierfür noch gekürzt werden. Trotzdem sind deutlich weniger Schwebteilchen zu erkennen. Allerdings war auch die Sicht schon deutlich besser geworden. Offensichtlich geht den Algen unter Schnee & Eis so langsam das Licht für die Photosynthese aus.
In Summe war ich mit einigen Bildern schon deutlich zufriedener.
Abstieg (f/10 - 1/160 - ISO 800)
Weg nach Oben (f/7.1 - 1/200 - ISO 800)
Sonne lacht, .. (f/8 - 1/160 - ISO 800)
No Way out (f/6.3 - 1/125 - ISO 320)
Leinenführer (f/11 - 1/160 - ISO 800)
Ponton (f/4 - 1/80 - ISO 320)
bisschen näher (f/4 - 1/80 - ISO 320)
noch näher (f/4 - 1/80 - ISO 320)
zu hell, weniger Backscatter (f/5.6 - 1/50 - ISO 320)
Trocki an – rauf aufs Eis. Am Rand hat es nur 2 cm, es knackt bedenklich. Das liegt am örtlichen Eisbader, der hier immer wieder den Eisbrecher gibt. Ein Stück weiter ist das Eis mehr als 10 cm dick. Dem rücken wir (Ice solo lieber nicht) mit Langstielaxt zu Leibe. Frieren zwecklos.
still & starr
Zum Teil ergaben sich krass surreale Bilder – müsste man glatt „in Öl“ vermarkten.
Kernproblem war fehlende Tiefenschärfe bei den „Landschaftsaufnahmen“. Aufgrund der komplexen Lichtverhältnisse wählte ich wie bisher auch immer die kleinsten Blenden.
Mit ISO 800 hatte ich dann ziemlich kure Verschlusszeiten und trotzdem wegen der stark reflektieren Eisdecke mit Überbelichtung zu kämpfen. Unter Wasser bin ich nicht auf die Idee gekommen, statt mit Verschlusszeit mit Blende zu kompensieren.
Gelegentlich war es aber auch fehlender Fokus. Ehrlicherweise bin ich hier meist zu schnell beim Abdrücken, zumindest beim 2. Schuss.
Alternativ kann man natürlich auch in Technik investieren, z.B eine passende Weitwinkellinse (1kg!) oder (und;) den 2. Blitz mit längeren Armen. Und endlich austarieren. Ist ja schon jetzt nervig zu bedienen.
Natürlich waren auch die Bedingungen im Wasser nicht optimal. Leider war absolut graues Wetter, Sonne nicht mal zu erahnen und auch von der Trübheit des Wassers war ich enttäuscht. In 2 Wochen vielleicht? Trotzdem - MEGACOOL! Unbedingt selber machen.
Abstieg (f/7.1 - 1/200 - ISO 800)
Weg nach Oben (f/6.3 - 1/50 - ISO 800)
wunderschönes Eis (f/6.3 - 1/100 - ISO 800)
Boje (f/6.3 - 1/100 - ISO 800)
under the rocks (f/6.3 - 1/100 - ISO 800)
ich will hier raus (f/6.3 - 1/80 - ISO 800)
Major Tom (f/6.3 - 1/80 - ISO 800)
surfing the iceboard-flip (f/6.3 - 1/80 - ISO 800)
Am Haustein wurde zu Glühwein, Gulaschsuppe und Lagerfeuer geladen. Start 13 Uhr – so kann man ins Neue gleiten. Da auch Flaschen-TÜV und Reglerrevision fällig waren, nutze ich die Gelegenheit trotz trübem Wetter und Schneeregen zum Abtauchen. 85 bar waren noch im Tank, das reichte für knapp 20 Minuten und damit locker, denn die Sicht war mies wie nie.
Auch bei Licht waren Objekte in einer Entfernung von mehr als 50 cm nicht mehr auszumachen. Ab 5 m Tiefe war es auch schon stockdunkel. Das Licht der nach unten leuchtenden Lampe war nicht zu sehen! (knapp 1m Entfernung zur Maske)
Einstellungen an der Kamera zu ändern war nicht möglich. Nur mit 2. Lichtquelle konnte der automatische Fokus scharfstellen, das Problem hatte ich so ausgeprägt vorher nie. Ich hätte gleich zu Anfang manuellen Fokus wählen und auf 20 cm stellen sollen .. Die 3% Videoleuchtenlicht halfen nicht und mehr Leuchtkraft (mit 130°) verschlimmerte die Lage nur.
Erst auf den Bildern war für mich eine der Ursachen der krass schlechten Sicht zu erkennen. In den oberen 5m gab es trotz der niedrigen Temperaturen eine massives Auftreten von Fadenalgen (?). Die paar Wasserpolypen kommen mit filtern nicht hinterher ..
Auf 20 m war die Sicht nur minimal besser. Deshalb und wegen des niedrigen Flaschendrucks verzichtete ich auf einen Abstecher zur Mühlberg.
mehr Abstand nicht möglich (f/1.8 - 1/80 - ISO 800)
Kaum noch Temperaturunterschied – Trotzdem miese Sicht
Schlechte Sicht – Temperatur-“Hüpferchen“ auf 10 m schuld?
In der Hoffnung auf Sicht bei kaltem (-2°C) aber sonnigem Wetter zum letzten Mal im Jahr die Tauchausrüstung im Auto verstaut und bei Sonnenhöchststand am Haustein aufgeschlagen.
Die Idee war, dass die schlechte Sicht z.T. auf die „Auflösung“ der temperaturbedingten Sprungschichten zurückzuführen ist. OK – die Temperaturen lagen konstant zwischen 4,8 – 5,2 °C, doch bis ca. 12 m Tiefe gab es maximal einen halben Meter Sicht. Das Sonnenlicht erhellte zwar die obersten 5 Meter des Steinbruchs, doch unter Wasser war es je nach Ausrichtung zur Sonne milchig-neblig oder saharasand-gelblich trüb.
Die „Einarmigkeit“ meines Kamerasetups schlägt bei dieser miesen Sicht natürlich voll auf die Aufnahmen durch. Zusätzlich problematisch: bei 4°C sind meine Fingerneopren-Handschuhe eigentlich zu dünn. Aber ich kann Trockenhandschuhe nicht leiden und noch dickere 3-Finger-Handschuhe wären beim Bedienen der Kamera noch hinderlicher. Mit klammen Händen hatte ich aber wenig Lust auf Einstellungsänderungen.
So habe ich zwischendurch lediglich ISO von 800 auf 500 gestellt, bei der Blende und der Belichtungszeit eher sporadisch gespielt und auch den Blitz nur einmal in der Intensität verändert. An ein Begutachten der Bilder unter Wasser war eher nicht zu denken. So fiel mir zu spät auf, dass ich zu viel Blitzlicht verwendet habe. Wegen der Sicht bin ich immer auf ca. 20 cm ran ans Objekt, aber Blitzstärke 5 verwendet. Doch wirklich schlechte Sicht wird durch viel (direktes) Licht noch schlechter :(
Die Linkslastigkeit von Licht und die damit verbundene Schwebteilchenpracht ist „prima“ zu sehen.
Überrascht war ich, dass die Barsche durchaus noch aktiv waren. Ich hatte zuerst die Videoleuchte auf 30%. Ab 50 cm hat dies die armen Barsche zur Vollbeschleunigung gebracht. Ist mir bei wärmerem Wetter nie aufgefallen. Ich hoffe, sie haben jetzt kein Energiedefizit – die Leuchte habe ich sofort auf 3% gedimmt. Der Spot der Tauchlampe sorgt eh für besseren Durchblick.
Fischbüchse (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
schemenhaft (f/1.8 - 1/125 - ISO 800)
so sah es wirklich aus (f/2.5 - 1/100 - ISO 500)
“in” der Mühlberg (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Öse als Gallionsfigur? (f/2.5 - 1/100 - ISO 500)
Mühlbergdetail (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Pumpkin am Steuerhaus (f/2.5 - 1/80 - ISO 500)
Herbstbebel im Gegenlicht (f/1.8 - 1/125 - ISO 800)
Insgesamt nutze ich vier Paar Flossen.
Schwere Geräteflossen für den Trocki (Apeks RK3), leichtere (Technisub Stratos) für den „dicken“ (5+7mm) Neopren. Da diese beiden Anzüge sehr häufig in heimischen Gefilden bei Sichtweiten (deutlich) unter 5 m zum Einsatz kommen, fand ich leuchtende Farben für die Flossen angemessen, da so ein Buddy leichter Sichtkontakt halten kann. Auch bei Urlaubstauchgängen mit vielen Leuten fand ich eine auffällige Flossenfarbe bei meinem Zufalls-Buddy immer hilfreich. So begleiten mich meine Stratos nun schon seit den 90igern. Sie sind auch eine prima Flosse für den Flieger, denn sie gehören trotz ihrer Robustheit zu den leichteren Geräteflossen.
Fürs Schnorcheln daheim und Urlaub sowie bei Fernreisen in anspruchsfreie Shorti-Gefilde, aber auch für anspruchsvolles Strömungstauchen vor tropischen und subtropischen Inseln gibt es bei mir passgenaues Flossenwerk mit geschlossener Ferse. Mit den Mares plana avanti im Rucksack bin ich schon seit mehr als 30 Jahren unterwegs. Sind immer noch tiptop, was man von den Rucksäcken nicht behaupten kann.
Anerkennende Bemerkungen zur Wahl der Flosse bei deftigen Strömungen gibt es bei der Mares avanti quattro power von den Ortskundigen.
Doch auch meine früheren Wettkampfflossen birgt mein Flossenschrank noch und läuft so meinem Schuhschrank in Sachen Quanti- und Qualität den Rang ab ;)